Vorbeugende Maßnahme gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest
Aufwandsentschädigung Jagdjahr 2024/2025
Die bayerischen Jagdbehörden informierten am 22.09.2025, dass das zuständige Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) über die Fortsetzung der Aufwandentschädigung für das Erlegen von Schwarzwild (JJ 2024 / 2025) entschieden und informiert hat.
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wird als staatliche Abrechnungsstelle das bekannte Antrags- und Auszahlungsverfahren für das Jagdjahr 2024/2025 fortführen. Die Jäger in den grenznahen Landkreisen zu Hessen (sog. „Frankenwall“ - Aschaffenburg-Stadt und Landkreis, Miltenberg, Main-Spessart, Würzburg Stadt und Landkreis, Bad Kissingen) erhalten ab dem Stichtag 25.07.2024 eine erhöhte Aufwandsentschädigung je erlegtem Stück Schwarzwild.
Nähere Informationen zum Verfahrensablauf finden Sie unter:
https://www.lgl.bayern.de/tier-gesundheit/tierkrankheiten/virusinfektionen/asp/infos_jaeger.htm.
Eine Antragstellung ist bereits möglich. Frist für die Abgabe der Anträge ist der 16.11.2025.
Wildkonfiskatsammelstellen - Landkreis Miltenberg gut aufgestellt
Septemer 2025 | MILTENBERG. Vorbeugender Seuchenschutz wird im Landkreis Miltenberg von Jägerschaft und Behörden sehr ernst genommen. Die Seuchenprophylaxe in Form von Wildkonfiskatsammelstellen wurde für ganz Bayern im Hinblick auf die drohende Afrikanische Schweinepest vom Freistaat angeordnet. Seit der Eröffnung der Wildkonfiskatsammelstelle im südlichen Landkreis Miltenberg 2018 wurden dort bislang 370 Tonnen Konfiskate verbracht. Im Wesentlichen von Schwarzwild. Wildkonfiskate sind Abfälle von Tieren, die vom Wildkörper entfernt und entsorgt werden müssen. Es handelt sich dabei auch um Teile, die nicht zur menschlichen Ernährung geeignet sind. Derzeit wird die Sammelstelle wöchentlich an vier Werktagen durch die ztn in Hardheim angefahren. In die Sammelstellen des Landkreises dürfen nur angefallene Konfiskate von Wildtieren verbracht werden, die aus dem Landkreis Miltenberg stammen.
Vorsorgliche Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung vom Landratsamt erweitert
Mit der ASP-Allgemeinverfügung 2024 und der Pflicht zur Entsorgung des Aufbruchs war der bisherige Abfallkühler in Miltenberg an seine Kapazitätsgrenze gelangt. Zu Beginn der Herbstjagdsaison wurde die Sammelstelle mit einem weiteren Konfiskat-Abfallkühler ausgestattet und in Betrieb genommen. Darüber hinaus wurde auf der Dachfläche der Miltenberger Sammelstelle eine PV-Anlage installiert. Damit könne fast der gesamte Strom autark gewonnen werden, berichtet Roland Dittrich vom Landratsamt. Zur Abdeckung des Landkreisgebietes befindet sich eine weitere Sammelstelle im nördlichen Teil des Landkreises in Eisenbach. Beide Sammelstellen werden ehrenamtlich von der Jägerschaft betreut, diese gewährleistet den reibungslosen Betrieb beider Sammelstellen. Mit den Standorten in Miltenberg und Eisenbach hat der Landkreis kurze Anfahrtstrecken für die Jägerschaft geschaffen. Bei einem aktuellen Seuchengeschehen im Landkreis dienen die Wildkonfiskatsammelstellen der Entsorgung von seuchenverdächtigem Wild als Verwahrstellen. Das gute Miteinander der Miltenberger Behörden und der Jägerschaft zeigen deutlich auf, wie gut im Landkreis Miltenberg zusammengearbeitet wird. MH.
Sammelstelle Miltenberg
Am Klärwerk des Abwasserzweckverband Main-Mud, Altstadtweg 31, 63897 Miltenberg.
Sammelstelle Eisenbach
Im Industriegebiet 63785 Obernburg Stadtteil Eisenbach Im Weidig
Tagline
Pressemitteilung-Nr. 352/25 Jagd und Forst vom Bayer. Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie vom 9. September 2025 17:30 Uhr von Jürgen Marks, Leiter Pressereferat
Minister Aiwanger: "Einigung beim Jagdrecht erzielt - künftig mehr Eigenverantwortung, weniger Bürokratie, Stärkung des an Grund und Boden gebundenen Jagdrechts"
MÜNCHEN Die Bayerische Staatsregierung hat die Eckpunkte für eine Anpassung des Bayerischen Jagdgesetzes beschlossen. Damit soll die Jagd in Bayern zukunftsfähig umgestaltet werden. In den letzten Monaten hatte Jagdminister Hubert Aiwanger intensive Gespräche mit Verbänden, Abgeordneten und Ministerien über eine Reform des Jagdrechts geführt.
Aiwanger: „Mit diesen Reformen wollen wir in Bayern die Grundlage für mehr Eigenverantwortung und weniger Bürokratie für die Jagd schaffen. Das ist ein Erfolg für Jäger, Waldbesitzer, Landwirte und alle, die sich für eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Natur einsetzen.
Abschussplanung seit Jahrzehnten erfolglos
• Bei der Bejagung von Rehwild wird der Fokus – wie von Minister Aiwanger seit Langem gefordert – künftig stärker auf die Eigeninitiative vor Ort gelegt. So soll Rehwild auch ohne behördlichen Abschussplan bejagt werden können, wenn die Grundeigentümer dies wollen. Damit werden Eigenverantwortung und das Eigentumsrecht gestärkt, Handlungsmöglichkeiten eröffnet, Verwaltungsaufwand reduziert und eine nachhaltige Bejagung gefördert. Ziele sind ein ausgeglichenes Wald-Wild-Verhältnis, stabile Wälder und gesunde Wildbestände. Aiwanger: „So können wir uns endlich von der unproduktiven Zahlenstreiterei lösen, die bei der Abschussplanung seit Jahrzehnten erfolglos betrieben wird. Jäger und Waldbesitzer können künftig vor Ort noch mehr selbst entscheiden.“
Abgesenkter Schutzstatus des Wolfes und die Folgen
• Mit Blick auf den im Juli durch die EU abgesenkten Schutzstatus des Wolfes und die rasche Verbreitung des Goldschakals, wird der Freistaat im Jagdgesetz außerdem die Voraussetzungen schaffen, um künftig eine nachhaltige Bejagung dieser Tierarten zu ermöglichen. Bayern macht sich also „fit“ für ein Bestandsmanagement dieser Arten, die eine Gefahr für die bayerische Weidetierhaltung darstellen. Jetzt muss der Bund, wie angekündigt, Klarheit beim Erhaltungszustand des Wolfs schaffen und Erhaltungszustand „günstig“ für ganz Deutschland feststellen. Zudem wäre es mindestens klarstellend angebracht, den dem EU-Recht nicht mehr entsprechenden strengen Schutz im Bundesnaturschutzgesetz aufzuheben.
Themen die auch in das Gesetz-gebungsverfahren einfließen
• Neben diesen Punkten werden auf Initiative von Minister Aiwanger auch weitere, im Kabinett besprochene Themen in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht. Das betrifft Freiflächenphotovoltaik-Anlagen, die künftig nicht mehr als jagdlich befriedete Gebiete gelten sollen, die Schaffung von Rechtssicherheit bei der Kitzrettung und eine gesetzliche Möglichkeit, um – wie andere Bundesländer – die Jagdzeiten durch Verordnung unabhängig vom Bund festzulegen. Auf dieser Grundlage können die Jagdzeiten für Wildarten erweitert werden, die wie Dachs, Marder, Ringeltauben sowie Grau- und Kanadagänse zunehmend Schäden in der Landwirtschaft verursachen. Außerdem haben sich die Koalitionspartner im Rahmen des beschlossenen Kompromisses darauf verständigt, dass die Bejagung von Rehböcken und Schmalrehen bereits ab Mitte April möglich wird. Damit sollen die Jäger selbstverantwortlich auf Verbissschwerpunkte oder eine früher einsetzende Vegetationsperiode reagieren können.
Die Wildsau immer am Mann
Der Griff in die Manteltasche oder in den Aser wird zum Genussspektakel: Luftgetrocknete Wildschweinwurzen
Man nehme eine Wildschweinkeule, löse den Knochen aus, entferne Sehnen und Häutchen. Das Wildpret wird in gulaschgroße Stücke zerteilt. Hinzu kommen je nach Gusto etwa 25 Prozent Wildschweinfeist der ebenso vorbereitet und mit dem Wildpret gemischt wird. In der Not gelingt das auch mit fettem Hausschweinebauch. Alles wird nun flachliegend angefroren.
Parallel wird folgende Gewürzmischung für 1 kg Wildpretmasse mit Feist vorbereitet: 22 g feines Meersalz, 3 g fein gemahlener Pfeffer, 2 g geschroteter Pfeffer, 2 g Ingwerpulver, 5 g Knoblauchgranulat, 1 g Macisblüte, 1 g gemahlener Kümmel, 2 g Koriander, 5 g Traubenzucker, 5 g Paprikapulver süß, 5 g Senfkörner, Starterkulturen. Ersatzweise ein Schnapsglas Cognac.
Angefrorene Wildpretmasse mit den Gewürzen durch die grobe Scheibe wolfen. Das Brät sorgfältig kneten und vermengen. Haftet das Brät an den Händen, geht es gleich zum Endspurt über.
Naturdärme im Kaliber 26/28 warm wässern, das Wasser abstreifen und nun sehr straff mit dem kalten Brät füllen. Den Darm auf die gewünschte Länge abdrehen. Sollten Lufteinschlüsse unvereinbar sein, mit einer dünnen Nadel die Luftreservoirs aufstechen.
Der Trocknungsprozess sollte mindestens 10 Tage bei etwa 18°-20° an einem gering luftigen Ort andauern. Ein längerer Trocknungsprozess führt zu mehr Geschmacksintensität, Festigkeit und lässt das Gewicht und auch die Größe leider schwinden.

Tipp: Gehen Sie besonders hygienisch vor. Das beginnt bereits beim Erlegen und Versorgen des Schwarzwildes. Der Wildkörper soll schnellstens in die Kühlung verbracht und durchgekühlt werden. Verwenden Sie keinesfalls Wildpret mit Blutergüssen oder ähnlichem.
Sollte sich auf dem Darm während der Trocknungsphase ein Schleier bilden, werden die Wildwurzen bis zweimal täglich mit einer kräftigen Salzlake und einem Tuch abgewischt.
Ein Gewichtsverlust von 30 Prozent kann ein Qualitätsmerkmal sein. Aber solange vor den Wildwurzen zu stehen ist kaum auszuhalten.

Endlich - Genetische Verarmung des Königs der Wälder im politischen Fokus
Aiwanger "Unsere gute Lösung für das Rotwild-Management in der Rhön wird Tieren und Grundbesitzern gerecht"
Kurzfassung:
Als konkreten nächsten Schritt kündigte Aiwanger an, dass sein Ministerium in enger Abstimmung mit den drei betroffenen Landkreisen Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Haßberge eine Gebietskulisse erarbeiten wird, wo Hirsche künftig zeitweise auf ihren Wanderungen geschont werden könnten.
Auch werde man Kontakt zum Bundesforst aufnehmen, der den Truppenübungsplatz Wildflecken jagdlich bewirtschaftet. Aiwanger: „Im Sinne des Grundbesitzes werden unsere Jagdbehörden verschärft darauf achten, dass in den rotwildfrei zu haltenden Revieren kein Kahlwild geduldet oder gar illegal gefüttert wird.
Es ist nicht geplant, die Rotwildgebiete zu erweitern oder die Bestände anwachsen zu lassen."
Das wurde aus Herrn Aiwangers Staatsministerium am 2.9.2025 in der Pressemitteilung-Nr. 344/25 verlautbart.
Nielgänse und Rostgänse
Neue Verordnung: Erweiterte Jagdzeiten für Nilgans und Rostgans
Aiwangers Ankündigung vollzogen. Ab sofort ermöglicht eine neue Verordnung im Jagdland Bayern die verstärkte Bejagung von Nil- und Rostgänsen. Die heimische Artenvielfalt und die Landwirtschaft können aufatmen.
Denn seit dem 1. September 2025 gelten in Bayern erweiterte Bejagungsmöglichkeiten für Nil- und Rostgänse. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ebnete den rechtlichen Rahmen, um die anwachsende Themata mit beiden Arten einzuschränken.
Fazit: Die Nilgans darf nun ganzjährig bejagt werden. Die Rostgans wurde in das Jagdrecht aufgenommen. Adulte Tiere haben jetzt eine Jagdzeit vom 1. September bis 28. Februar, Jungtiere haben das gesamte Jahr Jagdzeit.
Aiwanger legte folgendes aus: „Mit der neuen Verordnung schaffen wir die dringend nötige Grundlage für eine gezielte Bejagung. Vielerorts nehmen die Probleme mit beiden Gänsearten zu. Ab sofort kann die Jägerschaft vor Ort besser reagieren und die betroffenen Landwirte unterstützen.“ Weiter: „Ich bitte die Jägerschaft, Nil- und Rostgans stärker zu bejagen. Die gesetzlichen Grundlagen wurden jetzt geschaffen. Die Tierwelt verändert sich ständig – wir müssen schnell reagieren.“
Die jagdrechtliche Verordnung vom 12. August 2025 wurde am 29. August 2025 im Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht und tritt mit dem 1. September 2025 in Kraft.
Klartext: Verordnung zur Änderung der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes vom 12. August 2025
1. § 18 wird wie folgt geändert: Dass „3.abweichend von § 1 Abs. 2 der Bundesverordnung in Verbindung mit § 22 Abs. 4 Satz 2 BJagdG Wildkaninchen, Waschbär, Marderhund und Nilgans in den Setz- und Brutzeiten bejagt werden dürfen.“
2. wird wie folgt gefasst: „Die Jagd auf adulte Rostgänse darf in der Zeit vom 1. September bis 28. Februar und auf juvenile Rostgänse ganzjährig ausgeübt werden.“
Hintergrund
Die invasiven Nilgänse gelten als besonders aggressiv gegenüber Nahrungskonkurrenten.
Ihr Aggressionstypus verläuft in zwei Stufen, nämlich drohen und kämpfen. Zum Drohverhalten zählen Kopf recken, Gefieder plustern, Schnabel öffnen und lautes Rufen. Bringen die Drohgebärden keinen Erfolg, geht die Nilgans mit geöffneten Flügeln und kurzer Verfolgung in den Kampf über, beißt und behackt.
Es wurde am Main mehrfach beobachtet, wie einheimische Entenküken regelrecht „zerrissen“, werden oder einheimische Entenarten von ihren Gelegen vertrieben wurden.
Auch in unserer Region gibt es Probleme mit verkoteten Badeplätzen. Besonders heftig im Freibad Amorbach.

Rotwild-Trophäenschau in Eberbach 2025
598 Stücke erlegt
Die Vereinigung der Rotwildjäger im Odenwald richtete am 15. März 2025 die alljährliche Hegeschau in der Stadthalle Eberbach aus. Den etwa 250 Anwesenden wurden 137 Trophäen präsentiert. Altersgutachter Ingo Walter bewertete mit hoher Fachkenntnis vor dem Publikum die jeweiligen Altersklassen der „Geweihten“. Walter zollte den Erlegern Respekt für ihre harte Arbeit, die sich am Ende auch in einer Trophäe wiederfindet. An der Ehrentafel fanden sich wie immer auch kapitale Einserhirsche drapiert. In den vergangenen Jagdjahren fielen immer wieder hochkapitale Trophäen mit über 200 CIC-Punkten auf. Dieses Jagdjahr wurde ein 14-Ender aus dem Waldmichelbach-1mit 188,15 CIC-Punkten als stärkster Hirsch gekürt. Nennenswert ist die Tatsache, dass sieben Hirsche vom 13. Kopf und älter erlegt wurden. Außerhalb des Rotwildgebietes wurde in Baden-Württemberg und Hessen Rotwild erlegt. Das energische Migrationsverhalten des Rotwildes wir hierdurch offensichtlich, Rotwild wandert. Im Fachjargon bedient man sich daher auch dem Begriff der Wanderhirsche.
In Summe dient die Bewertung aller erlegter männlicher Stücke an Rotwild Rückschlüsse auf die Bestandskultur. Das Rotwildhabitat im Odenwald umfasst länderübergreifend über 45.000 Hektar. Jägerinnen und Jäger in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern erlegten 598 Stücke Rotwild. Insgesamt wurde die anvisierte Erlegungsquote von 852 Individuen mit 70,1 Prozent nicht erreicht. Im kleinsten Rotwildgebiet des bayerischen Odenwalds jedoch, war man dennoch mit einem Erfüllungsprozent von 83,2 Prozent sehr zufrieden. Die Erlegungsdefizite seien dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest und einer früh einsetzenden Eichelmast geschuldet, so der Vorsitzende Dr. Andreas Wiese. Hinzu kamen noch Wetterunbilden mit sehr hohen Niederschlägen im Spätherbst. Die Jagdstrategien wurden durch Mutter Natur ausgehebelt.
Im neuen Jagdjahr wird sich das Erlegungssoll wieder bei rund 860 Stück einpendeln, so Dr. Wiese. Die Schadenssituation durch das Rotwild müsse im Auge behalten werden. Er rief die Jagdausübungsberechtigten auf, ihren wichtigen Beitrag zum Waldumbau zu erfüllen.
Auch heuer war mit Gastredner Dr. Rudi Suchant ein kompetenter Wildtierökologe zur Veranstaltung eingeladen. Geprägt von Visionen und Enthusiasmus, verdeutlichte er einen neuen Umgang mit Wildtieren. Durch ein wissenschaftlich fundiertes Wildtiermanagement werden die Ansprüche von Menschen gewahrt, die Bedürfnisse der Wildtiere berücksichtigt und die Faszination für diese geweckt.
Er resümierte, Jagd sei viel mehr als nur Erlegungsquoten zu definieren oder Abschusspläne zu verfassen. Die sich verändernde Umwelt hat einen epochalen Einfluss auf den Lebensraum der Wildtiere. Die dadurch einhergehenden neuen Herausforderungen erfordern nach seiner Auffassung praktisches Wissen und Fachkompetenz. Sein Fazit: Ein kluges Wildtiermanagement beflügle eine Schadensminimierung.
Michael Huber · Bildquelle: Vereinigung der Rotwildjäger im Odenwald e. V.
Hintergrund CIC-Punkte bei einer Trophäenbewertung
Jagdtrophäen, das können Geweihe, Hörner, Schädel, Klauen oder Zähne sein, gelten als wichtiger Indikator einer nachhaltigen Altersklassenverteilung und für den Gesundheitszustand eines Wildbestandes. Seit Beginn des Jahres 2018 ist es in Deutschland möglich, offizielle CIC-Trophäenbewertungen vornehmen zu lassen. Zu diesem Zweck wurden von der Deutschen Delegation des CIC über 60 Trophäenbewerter ausgebildet.
Die Wild-Konfiskat-Sammelstelle-Miltenberg erhält zusätzlichen Abfallkühler.
Mit der ASP-Allgemeinverfügung und der Pflicht zur Entsorgung des Aufbruchs war der bisherige Abfallkühler an seine Kapazitätsgrenze gelangt. Noch im September wird die Veterinärbehörde einen weiteren Abfallkühler den Jägerinnen und Jäger bereitstellen.
212
Tonnen Entsorgungsmaterial wurden seit Inbetriebnahme 2018 bis zur Allgemeinverfügung 2024 (ASP) angeliefert
152
Tonnen Entsorgungsmaterial wurden nach der Allgemeinverfügung (ASP) angeliefert
Pflichttrophäenschau erlegter Rehböcke und Mufflons: Abschussquote beim Rehwild nahezu erfüllt, Zahl der erlegten Frischlinge rückläufig
Die Hegegemeinschaften sind auf einem guten Weg bei der Erfüllung der Rehwild-Abschusszahlen. So lautete laut Mitteilung aus dem Landratsamt Miltenberg der Tenor bei der Hegeschau des Südlandkreises am vergangenen Freitag, 30. Mai, im Gasthaus Zum Hirschen in Riedern.
Nach der Eröffnung durch die Jagdhornbläser der Jäger-vereinigung Spessart-Aschaffenburg betonte stellvertretender Landrat Bernd Schötterl, in Zeiten des Klimawandels brauche es im mit 58 Prozent Waldfläche waldreichsten Landkreis Bayerns eine zukunftsgerichtete Jagd. »Der Odenwald ist ein Schatz, den es zu schützen gilt«, wird Schötterl in der Mitteilung zitiert. Er bescheinigte der Jägerschaft, hierfür einen großen Beitrag zu leisten.
Herausforderung Klimawandel
Der Vorsitzende der BJV-Kreisgruppe, Ralph Keller, bestätigte eine gute Kooperation mit dem Landratsamt, die die Jägerschaft fortsetzen wolle. BJV-Bezirksvorsitzender Enno Piening monierte, es gefalle ihm nicht, wie derzeit die Novellierung des bayerischen Jagdgesetzes in München diskutiert werde. Er hoffe, dass das Ergebnis allen Beteiligten gerecht wird. Landtagsabgeordneter Martin Stock sprach sich dagegen aus, Wald und Wild gegeneinander auszuspielen, und bezeichnete die Jägerschaft als »wahre Hüter des Waldes.«
Der Wald stehe vor großen Herausforderungen angesichts des Klimawandels, machte Paul Bauer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auch anhand von Daten mit Tendenz zum weiteren Temperaturanstieg deutlich. Bei den Niederschlagsmengen sei die Tendenz aktuell noch nicht so schlimm. Der Klimawandel werde von Schädlingen und Krankheiten begleitet, die Bäume wie Fichte, Eiche und Ahorn massiv bedrängen.
Jagdberater Horst Feyrer hatte die Streckenlisten ausgewertet. Beim Rehwild meldete er für den im Frühjahr 2025 abgeschlossenen Drei-Jahres-Zeitraum 6729 erlegte Tiere, 6928 waren gefordert, was einer Erfüllungsquote von 97 Prozent entspricht. Mit Blick auf die ausgestellten Trophäen wünschte er sich allerdings eine bessere Altersstruktur bei den Böcken.
Er ging auch auf die Erfüllungsquoten in den Hegegemeinschaften (HG) ein. Beim Schwarzwild wurden im Jagdjahr 2023/2024 demnach 2574 Stück erlegt, 2024/25 waren es 2480 Stück. Als stark rückläufig monierte Feyrer die Zahl der Frischlinge mit insgesamt 934 (2023/2024: 1072).
Füchse, Waschbären, Mufflons
Im Rotwildbezirk Spessart seien von 124 geforderten Abschüssen gerade einmal 67 erfolgt, im Odenwald waren es 80 von 107. Beim Muffelwild berichtete Feyrer von einem Soll von 53 Tieren, erlegt wurden 36. Erfreulich sei, dass 403 Füchse erlegt wurden (286 im Vorjahr), 107 Nilgänse (39) und 253 Waschbären (204). Er informierte über 202 Wildunfälle mit Reh- und Rotwild, 33 mit Schwarzwild, 15 mit Waschbären. Am Ende regte BJV-Vorsitzender Keller an, man solle die Bejagung von Gänsen vom Wasser aus ermöglichen, wenn die Motoren der Boote abgestellt sind.
Quellen: Mitteilung Landratsamt Miltenberg und MainEcho vom 03.06.2025
Rehwildstrecke
Im abgeschlossenen Drei-Jahres-Zeitraum wurden 6729 Stück Rehwild erlegt. Das entspricht einer Erfüllungsquote von 97 Prozent
Schwarzwildstrecke
Ein Abgang von 2635 Stücken war zu verzeichnen
Fuchs, Waschbär und Nilgans
403 Füchse, 107 Nilgänse, 253 Waschbären
Muffelwild
36 Stücke
Rotwild Spessart
67 Stücke (Trophäen wurden in Mespelbrunn präsentiert)
Rotwild Bayerischer Odenwald
80 Stücke (Trophäen wurden in Eberbach präsentiert)
Hinweise zur Hundehaltung der Gemeinde Eichenbühl
Aus aktuellem Anlass: Freilaufende Hunde
„Sie brauchen keine Angst zu haben, unser Hund beißt nicht“. Solche oder ähnliche Antworten erhalten Spaziergänger, Jogger und Radfahrer, die sich durch freilaufende Hunde belästigt fühlen, von Hundebesitzern.
Doch einem freilaufendem Hund sieht man es nicht an, ob er gutmütig reagiert oder ob vielleicht bereits durch eine Laufbewegung der jeweiligen Person bzw. des Kindes sein Jagdtrieb ausgelöst wird. Aus gegebenem Anlass weist deshalb die Gemeinde Eichenbühl darauf hin, dass Hundebesitzer ihre Vierbeiner nicht frei herumlaufen lassen dürfen.
Bei allem Verständnis für den notwendigen Auslauf ihres Hundes, müssen die Besitzer ihrerseits aber unbedingt auf den Schutz der Mitmenschen achten. Sie stellen somit eine Gefahr für Menschen - insbesondere für Kinder - dar.
Besonders spielende Kinder sind ein beliebtes Anlaufziel für Hunde und können eine evtl. Gefahr nicht abschätzen.
Die Gemeinde: "Aufgrund verschiedener Vorfälle der letzten Zeit (es wurden bereits einige Kinder gebissen bzw. verletzt!!!)
bitten wir Hundebesitzer eindringlich darauf zu achten,
das ihre Vierbeiner angeleint sind und nicht frei herumlaufen!!!"
Aus weiterem aktuellen Anlass die Gemeinde Eichenbühl betreffend:
Es wird berichtet, dass auf der Gemarkung Eichenbühl entlang der Wanderwege in den letzten Wochen mehrere durch Hunde gerissene, verendete Rehe aufgefunden wurden. Das bestätigte ein ausgewiesener Experte aus dem Landratsamt Miltenberg. Auffälligkeiten bitte der Polizeiinspektion Miltenberg oder der Gemeinde Eichenbühl melden.

Mai 2025
Streckendaten für das Jagdjahr 2024/2025
Streckendaten des Altlandkreises Obernburg im Landkreis Miltenberg
Erlegtes Rehwild: 1045 Stücke
Im Jagdjahr wurden im Altlandkreis Obernburg beim Rehwild 1045 Exemplare erlegt, 150 fielen dem Straßenverkehr zum Opfer und 221 verendeten aus sonstigen Gründen. Beim Schwarzwild wurden 1173 Tiere erlegt. (Verkehr 18, Fallwild 13). Der Anteil der erlegten Stücke teilt sich wie folgt auf: Keiler 122, Bachen 89, Überläufer männlich 285, Überläufer weiblich 222, Frischlinge männlich 229 und Frischlinge weiblich 226.
An Muffelwild wurden drei Widder, fünf Schafe und vier Lämmer erlegt. Bei den anderen Tieren (Niederwild) rangiert der Fuchs mit 636 Abschüssen an erster Stelle vor der Rabenkrähe (344), dem Waschbär (243), dem Dachs (184) und der Nilgans (146). Außerdem wurden 138 Elstern, 119 Feldhasen, 99 Ringeltauben, 87 Komorane, 64 Graugänse, 55 Marder, 49 Eichelhäher, 47 Kanadagänse, 25 Stockenten, 20 Wildkaninchen, acht Fasane, sechs Nutria und ein Marderhund geschossen.
Rotwildstrecke Spessart Süd
Im Spessart wurden lediglich 67 Stück Rotwild erlegt. Das Soll lag bei 124 Individuen. Eine magere Ausbeute.
Informativ die Rotwildstrecke im Bayerischen Odenwald im südlichen Landkreis
Im bayerischen Odenwald wurden im Rotwilgebiet 80 Stücke erlegt. Bei einem angestrebten Soll von 107 Individuen ein befriedigendes Ergebnis.
Aufwandsentschädigung
& Steuerpflicht
Zitat des LGL:
"Als Privatmann und Jagdausübungsberechtigter müsste diese Einnahme angegeben werden beim Finanzamt. Denn grundsätzlich sind alle Einkünfte zu melden. Die Aufwandsentschädigung für das Erlegen von Schwarzwild fällt unter sonstige Einkünfte bei der Steuererklärung. Dies ist aber alles in Eigenverantwortung den Jägern überlassen.
Wir als Amt sind jedoch verpflichtet Meldungen direkt an das Finanzamt zu übermitteln, soweit die Einnahmen 1500 Euro übersteigen.
Bei Städten und Kommunen ist dies genauso, wobei diese anders besteuert werden. Hier gilt es nicht als sonstige Einkunft. Ich meine als Einkunft aus Forst- und Landwirtschaft.
Mehr darf und kann ich hierzu auch nicht sagen. Jeder Jäger muss sich hier selbst dazu informieren und entscheiden.
Mit freundlichen Grüßen Mathias Renner LGL Erlangen am 16. April 2025
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) - Z3.1.1 Haushaltsangelegenheiten -Eggenreuther Weg 43, 91058 Erlangen"

April 2025
Wie können Jäger bei der Bekämpfung der Asiatischen Hornisse mithelfen?
Worauf muss besonders geachtet werden? Dr. Sebastian Spiewok vom Deutschen Imkerbund erklärt im DJV-Interview, wie man die invasive Art erkennt und was sie so problematisch macht.
Invasive Art: Die Asiatische Hornisse greift Bienenvölker an und ist eine Gefahr für die Umwelt.Invasive Art: Die Asiatische Hornisse greift Bienenvölker an und ist eine Gefahr für die Umwelt. (Quelle: Sebastian Spiewok)
Im vergangenen Jahr hat die Asiatische Hornisse es in die Schlagzeilen geschafft.
Was macht diese Art so besonders? Die Asiatische Hornisse Vespa velutina ist eine invasive Art, die 2014 das erste Mal in Deutschland entdeckt wurde. Seither breitet sie sich in Deutschland aus. Sie greift Bienenvölker an, frisst jede Menge andere Insekten, kann Schäden im Obst- und Weinbau verursachen und stellt eine Gefahr durch mögliche Stiche dar. Während die heimische Hornisse unter Artenschutz steht, muss die Asiatische Hornisse als invasive Art in Deutschland gemanagt werden – auch wenn die Umweltschutzbehörden den Versuch der Ausrottung inzwischen aufgegeben haben.
Was können die Jägerinnen und Jäger hierzu beitragen?
Wenn man eine Asiatische Hornisse oder gar ein Nest entdeckt hat, sollte man dies bei der zuständigen Behörde melden. Die sogenannten Primärnester baut Vespa velutina in der Regel an geschützten Orten. Sie könnten sich beispielsweise unter Hochsitzen oder Dachvorsprüngen von Waldhütten oder in Schuppen und Büschen befinden. Später im Jahr ziehen die meisten Völker um und bauen ein neues Nest hoch oben in den Bäumen. Dort sind sie meist schwer zu entdecken und fallen leider oft erst nach dem Laubfall auf.
Woran erkennt man die Asiatische Hornisse?
Bis auf einen orangefarbenen Abschnitt am Hinterleib und ihre gelben Beine – diese sind ihr Markenzeichen – ist die Asiatische Hornisse schwarz. Dagegen leuchtet der Hinterleib der heimischen Hornisse gelb. Das Nest der Asiatischen Hornisse ist meist tropfenförmig oder oval und das kleine Flugloch befindet sich an der Seite. Die heimische Hornisse ist dagegen eine Höhlenbrüterin. Ihr Nest ist meist schlauchförmig und hat eine größere Öffnung am unteren Ende.
Info
Bitte entfernen Sie ein Nest nie selbstständig. Größere Nester können mehrere Tausend Individuen enthalten. Es gab 2024 mehrere Fälle von Kreislaufversagen nach Stichen durch die Asiatische Hornisse. Die Meldestellen der einzelnen Bundesländer für Sichtungen der Asiatischen Hornisse finden Sie hier.
Meldeadressen für Sichtungen von Vespa velutina und deren Nestern
Sichtungen der asiatischen Hornisse Vespa velutina (Tiere oder Nester) können Sie grundsätzliche an die zuständige Untere Naturschutzbehörde melden. Je nach Bundesland stehen Meldeportale, Apps oder bestimmte E-Mail-Adressen zur Verfügung.
Damit eindeutig festgestellt werden kann, ob es sich tatsächlich um asiatische Hornissen handelt, sollten Sie unbedingt Fotos mitschicken. Außerdem wird der genaue Fundort benötigt (Ort, Adresse, falls vorhanden: GPS-Daten) und im Falle eines Nestes eine genauere Beschreibung des Nistortes (z.B. 10 m hoch im Baum, Hecke, Schuppen). Auch das Beobachtungsdatum, gegebenenfalls sogar die Uhrzeit sollten Sie bitte angeben. Für Rückfragen ist die Angabe Ihrer Kontaktdaten wichtig.
Versuchen Sie bitte niemals selbst, Tiere zu töten oder Nester zu entfernen!
Miltenberg
Im Landkreis Miltenberg können Sie mit Herrn Matthias Meidel Kontakt aufnehmen. Er kann weiterhelfen: ✉ matthias.meidel@web.de.
Oder Sie wenden sich an die Naturschutzbehörde am Landratsamt Miltenberg, oder:
Bayern
Meldeportal der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: https://www.beewarned.de

April 2025
Bildquelle DJV
November
2023

Bei Verzehr von Wildtierinnereien bitte beachten
Das Veterinäramt Miltenberg empfiehlt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz folgenden Verbrauchertipp
Bei Verzehr von Wildtierinnereien bitte beachten
Im Gegensatz zu den Innereien von zahlreichen Nutztieren, deren Belastung mit Schwermetallen einen abnehmenden Trend zeigt, können Innereien von wildlebenden Tieren, zum Beispiel von Hasen, Rehen und Wildschweinen, erhebliche Gehalte an Schwermetallen und auch an Dioxinen und polychlorierten Biphenylen (PCB) sowie an per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) aufweisen. Für Fleisch von bestimmten Wildtieren gelten nach Verordnung (EU) 2023/915 Höchstgehalte – für Innereien von Wildtieren wurden dagegen bisher lediglich für PFAS Höchstgehalte festgesetzt.
Grundsätzlich wird empfohlen, Innereien wildlebender Tierarten nur gelegentlich zu verzehren. Insbesondere Wildschweinleber beziehungsweise sonstige Innereien von Wildschweinen können hohe Gehalte an PFAS, wie beispielsweise Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroctansäure (PFOA), sowie an Dioxinen und PCB aufweisen und erheblich zur Exposition gegenüber diesen Substanzen beitragen. Deshalb empfiehlt das Bundesumweltministerium aus Vorsorgegründen, Innereien von Wildschweinen selten zu verzehren. Frauen in gebärfähigem Alter inklusive Schwangere und Stillende sowie Kinder sollten vorsorglich auf den Genuss von Wildschweininnereien verzichten.
Nun ist das "schwarze Schaf" nicht nur das Wildschwein in diesem Kontext
Auch Schafe und Rinder können davon betroffen sein. Auch hier sollte beim Verzehr von Innereien folgendes beachtet werden:
Schafleber. Unter dem Sammelbegriff Schafleber werden Lammleber, Schafleber und Hammelleber gefasst (Anmerkung Redaktion: Über wildlebende Mufflons liegen keine Studien vor). Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) liegen bislang 140 Messergebnisse über Schafleberproben aus sechs verschiedenen Bundesländern vor. Die Dioxin-Gehalte und PCB-Gehalte sind in den meisten Proben sehr hoch und übersteigen mehrheitlich die in der EU-gültigen Höchstgehalte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, aus Vorsorgegründen den Verzehr von Schafleber zu meiden. Schaf- und Rinderleber können bei Verzehr ebenfalls erheblich zur Exposition gegenüber PFAS beitragen.
Genetische Untersuchung beim Rotwild durch die TU-München 2023
Die Arbeitsgemeinschaft Wildbiologie und Wildtiermanagement an der TU-München, führt im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung eine genetische Untersuchung in allen bayrischen Rotwildgebieten beim Rotwild durch. So auch im bayerischen Odenwald.
Die untere Jagdbehörde am Landratsamt Miltenberg bittet alle Jagdbesitzer oder Revierverantwortliche, dieses wichtige Projekt zu unterstützen und zu begleiten. Für den Forschungsbereich bayerischer Odenwald, ist Herr Ferdinand Stehr der TU-München Ansprechpartner.
Die Forschungsarbeiten werden auch von der Vereinigung der Rotwildjäger im Odenwald e.V. unterstützt, die bei der Sammlung der Proben behilflich ist. Wichtiges Untersuchungsmaterial ist je einen Lauscher und ein Unterkieferast. Die Vereinigung der Rotwildjäger mit ihren Altersgutachtern Herrn Gert Lorenz und Herrn Kevin Schulz, können Proben entgegennehmen und die Begleitpapiere ausfüllen. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie freiwillige an der Probeentnahme teilnehmen. Ihre freiwillige Teilnahme an diesem Projekt können Sie mit der Vorlage von Kahlwildhäuptern bei den Altersgutachtern attestieren.
Informationen der TU-München: Das Projekt „Erhebung der genetischen Populationsstruktur und des Zustands der bayerischen Rotwildvorkommen“ läuft ab sofort bis Ende Februar 2026. Für diesen Zeitraum ist dann auch der Abschlussbericht geplant.
Wir versuchen im ersten Jahr den Großteil der Probennahme abzuschließen. Beprobt werden sämtliche Staatsforstbetriebe mit Rotwildvorkommen, sowie Privatreviere. Lücken auf Grund von kleinen Strecken oder ergänzende Proben von weiteren Privatrevieren werden dann im nächsten Jahr noch gesammelt.
Wir werden dann rechtzeitig im neuen Jahr darüber informieren, ob und aus welchen Gebieten wir noch weitere Proben benötigen.
Das Ziel des Projektes ist die Schaffung einer faktenbasierten und objektiven Datengrundlage zur genetischen Diversität des Rotwildes in Bayern angesichts der aktuellen Diskussion um die Rotwildgebiete.
Die wichtigsten Informationen für die praktische Umsetzung:
Das Probenmaterial bekommen die einzelnen Reviere von uns zugesandt. In einem Probentütchen finden sich jeweils eine Tüte für Lauscher, Aufnahmezettel und Kiefer. Der ausgedruckte Aufnahmezettel liegt bereits bei. Alles zusammen sollte dann vor Ort eingefroren (Details finden sich auf dem Aufnahmezettel) werden.
Wenn sich einige Proben bei angesammelt haben organisieren wir nach Absprache mit den Revieren eine Probenabholung. Wir melden uns aber auch in regelmäßigen Abständen bei Ihnen bzw. den Revierinhabern zwecks Abholung. Bitte räumen Sie uns aber ein paar Tage Zeit ein, um eine Abholung zu organisieren, wir versuchen dann möglichst mehrere Forstbetriebe/Reviere hintereinander anzufahren.
Fragen hierzu beantwortet ihnen:
Ferdinand Paul Stehr, M.Sc.
AG Wildbiologie und Wildtiermanagement
Technische Universität München
Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 2
D-85354 Freising
Tel.: + 49 8161 71 4599
Mobil: +49 176 72616305

Oktober 2023
NEU BEI UVV-JAGD
Neue Unfallverhütungsvorschrift: Das gilt auf der Jagd!
02.Oktober 2023 PIRSCH|Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau hat die Unfallverhütungsvorschrift Jagd angepasst. Darum geht es. Bei der Erntejagd lockt die Aussicht auf reiche Beute. Doch die Sicherheit darf dem Jagderfolg nicht nachstehen.
Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hat die Unfallverhütungsvorschrift (UVV) Jagd aktualisiert. Das gab die SVLFG am 4. Juli auf ihrer Webseite bekannt. In die Neufassung wurden eindeutige Regelungen zum Tragen von Signalkleidung und zur Abgabe von Schüssen aus erhöhter Position aufgenommen.
Unfallverhütungsvorschrift: Schussabgabe nur ohne Gefährdung erlaubt
Unter § 3 „Ausübung der Jagd“ Absatz 4 war bereits Folgendes festgehalten: „Ein Schuss darf erst abgegeben werden, wenn sich der Schütze vergewissert hat, dass niemand gefährdet wird“. Zu den Hinweisen bezüglich dieses Absatzes wurde nun ergänzt: „Eine Gefährdung ist z. B. dann gegeben, wenn […] bei Erntejagden die Schussabgabe ohne erhöhte jagdliche Einrichtung und ohne Beschränkung der Schussentfernung erfolgt.“ Nach eigener Aussage möchte die SVLFG „Die maßgebliche Funktion des Kugelfangs, insbesondere für Erntejagden“ unterstreichen.
Regelung zu Signalkleidung
In § 4 „Besondere Bestimmungen für Gesellschaftsjagd“ heißt es in Absatz 12: „Bei Gesellschaftsjagden müssen sich alle an der Jagd unmittelbar Beteiligten deutlich farblich von der Umgebung abheben“. Der zugehörige Hinweis führt aus: „Zur deutlichen farblichen Abhebung von der Umgebung eignet sich großflächige Oberbekleidung in Signalfarbe wie z. B. Warnwesten.“ Laut SVLFG gab es mit der bisherigen Formulierung Probleme. „Die bisherige Aufzählung reichte von der gelben Regenjacke bis zum orange-roten Signalband am Hut“, so die SVLFG. Das habe mitunter zu Auslegungsproblemen geführt. „Mit dem einfachen Beispiel der signalfarbenen Warnweste oder […] der großflächigen Signalkleidung ist für alle an der Jagd direkt Beteiligten dem praktischen Wissensstand Rechnung getragen“, erläutert die SVLFG.
Informationsmaterial online verfügbar
Die Broschüre „Sichere Erntejagd“ der SVLFG können Sie hier herunterladen. Dort finden Sie auch noch weiteres Informationsmaterial zu dieser Thematik. Gedruckte Exemplare können Sie telefonisch unter 0561 785-10339 oder online unter www.svlfg.de/broschueren-bestellen anfordern. Die aktuelle Fassung der UVV Jagd finden sie hier.

2
Okt
2023
"Über 220 Jägerinnen und Jäger nutzen die WILD-KONFISKAT-SAMMELSTELLE am Klärwerk in Miltenberg am Altstadtweg am Main"
Hol dir deine TransponderCard und verschaffe dir Zutritt in die Sammelstelle.
Mit der Zutrittsberechtigung kannst du täglich 24 Stunden nicht verwertbare Konfiskate anliefern. Seit Betriebsbeginn wurden über 160 Tonnen nicht verwertbares Material in unsere Sammelstelle verbracht. Wildtierkörper über 20 Kilogramm oder Entsorgungsmaterial aus Gesellschafts-jagden sollen bei der ztn-Hardheim angeliefert werden.

WESHALB WERDEN NILGÄNSE UND WASCHBÄREN IN BAYERN BEJAGT?
Deshalb:
Die Nilgans aus Afrika gehört zu den Vögeln, die sich in Deutschland am stärksten ausbreiten. Diese Neozoen, also tierische Neubürger, sind ursprünglich am Nil beheimatet, leben auch an Seen und Flüssen in ganz Afrika. Vor allem im östlichen, in Süd- und Zentralafrika. Nach Deutschland kamen sie aber nicht direkt aus Afrika. Im 17. Jahrhundert wurden sie in Volieren in Großbritannien und den Niederlanden als Ziergeflügel gehalten. Nilgänse sind etwas kleiner als Graugänse und heben sich durch eine auffälligere Färbung ab. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt. Von anderen Gänsearten sind sie vor allem durch ihren braunen Augenfleck zu unterscheiden. Nilgänse sind sehr aggressiv, vor allem während der Brutzeit. Es wird berichtet, dass am Main (Landkreis Miltenberg) Nilgänse heimische Entenküken räubern und töten.
Zitat Wikipedia: "Die Verbreitung der anpassungsfähigen und aggressiven Nilgans kann Auswirkungen auf die heimische Vogelwelt, insbesondere auf andere Wasservögel haben, zum Beispiel lokale und vereinzelte Verdrängung. Nilgänsen wird ein ausgeprägtes Aggressionsverhalten zur Brutzeit gegenüber anderen Wasservögeln zugeschrieben. Genauere Untersuchungen haben gezeigt, dass von aggressivem Verhalten andere Nilgänse und Entenvogelarten mit einem Gewicht von 1.000 bis 3.000 Gramm betroffen sind. Dabei hängt die Aggressionsbereitschaft von der Vogeldichte am Gewässer und nicht vom Futterangebot ab. Attacken von Nilgänsen betreffen fast nur die Stockente. Attacken auf Junge führende Stockenten enden manchmal mit dem Tod von Stockentenküken. Hingegen wurden Junge führende Reiherenten und Teichhühner nicht attackiert. Auch sind Fälle bekannt, in denen Nilgänse Weißstorchnester, Wanderfalkenhorste und Schleiereulennistplätze übernommen haben und dabei diese Arten am Brüten hinderten. Eine Bekämpfung wurde vereinzelt nicht empfohlen.
2017 setzte die EU die Nilgans auf die rechtsverbindliche Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung nach der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. Die Verordnung gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Nationale Bestimmungen sind nur noch zulässig, wenn diese strenger sind als in der EU-Verordnung. Für die Nilgans gilt nun wie für die anderen Arten auf der Liste ein Verbot von Einfuhr, Haltung, Zucht, Transport, Erwerb, Verwendung, Tausch und Freisetzung. Es besteht nicht nur die Verpflichtung zur Einrichtung von Überwachungssystemen und zur Minimierung von Auswirkungen schon weit verbreiteter Arten, sondern nach Artikel 19 dieser Verordnung müssen die Mitgliedstaaten bis zum 12. Januar 2019 „wirksame Managementmaßnahmen“ verfügen, welche „tödliche oder nicht-tödliche physikalische, chemische oder biologische Maßnahmen zur Beseitigung, Populationskontrolle oder Eindämmung einer Population“ umfassen."
Waschbär: Der bis zu zwölf Kilo schwere Allesfresser nimmt nicht nur als Nesträuber erheblichen Einfluss auf die Bestände bedrohter Vogelarten. Diese invasive Art breitete sich stärker aus, als von den Experten prognostiziert wurde. In den 1930er Jahren lebten gerade einmal zwei Waschbär-Paare in Deutschland: Ein Paar war bei Kassel ausgesetzt worden, ein anderes in Berlin ausgerissen. Der Kleinbär ist durchaus ein Raubtier. Er verteidigt sein Revier auch gegen Hauskatzen und Hunde vehement. Er gefährdet auch unsere heimischen Wildkatzen. Dabei ziehen sich die angefallenen Individuen meistens Augenverletzungen und Bisswunden am gesamten Körper zu oder töten Katzen und Hunde.
Er bezieht potenziellen Uhu-Nistplätze, besetzt Horste von Greifvögeln und Störchen und frisst bedrohte Sumpfschildkröten. Die Kletterkünstler werden sogar im Seeadlerhorst gesichtet. Er ist ein nachtaktiver Opportunisten. Er bezieht in unseren urbanen Lebensräumen Speicher, Gartenhäuser und Garagen, er hat sich auch verstädtert.
Zitat Wikipedia: „Neben vielen Jägern und Förstern sind auch viele Naturschützer der Ansicht, dass die als unkontrolliert zu bezeichnende Ausbreitung negative Auswirkungen auf das Ökosystem der deutschen Wälder habe, und fordern daher eine Bejagung. Als Hauptargument wird angeführt, dass der Waschbär heimische Tierarten verdränge bzw. schädige. Waschbärenforscher widersprechen dieser Auffassung. So stellt der Zoologe Hohmann heraus, dass allein das Fehlen natürlicher Feinde im europäischen Raum eine intensive Jagd nicht rechtfertige, da diese auch im nordamerikanischen Verbreitungsgebiet keine Rolle als wesentliche Todesursache spielten.
Über das Ausmaß der Prädation durch Waschbären und deren negativen Einfluss auf Vogelpopulationen war lange wenig bekannt. Gesichert war, dass er durch die Besetzung von Nistbäumen und Horstplätzen einheimische Vögel, etwa den Graureiher, während der Brutzeit verdrängen kann. In den letzten Jahren erschienene Studien belegen den negativen Einfluss auf die Populationen verschiedener Vogelarten. In Sachsen-Anhalt wurden Brutverluste in bestandsbeeinflussender Höhe bei den Arten Rotmilan, Mauersegler, Wendehals und Trauerschnäpper nachgewiesen. Beim Trauerschnäpper gab es 2012 und 2013 im Steckby-Lödderitzer Forst bei über 20 Prozent der Bruten des Trauerschnäppers in Nistkästen Prädation durch den Waschbär. Auch für den Harz und dessen nördliches Vorland liegen inzwischen umfangreiche Daten zur Prädation vor. Negative Auswirkungen des Waschbären wurden auch bei Star, Schwarzstorch, Uhu und verschiedenen Greifvogelarten nachgewiesen. Bei Koloniebrütern wie Graureiher und Kormoran führt die längere Anwesenheit von Waschbären sogar zur Aufgabe großer Brutkolonien. Die Bruten von Höhlenbrütern und Nestbrütern sind nicht nur durch Prädation gefährdet, sondern kommen oft erst gar nicht zustande, da größere Baumhöhlen und Horste vom Waschbär als Schlafplatz- und Ruheplatz belegt werden.“
Waschbären haben Deutschland fest im Griff
Hunderttausende von ihnen leben hier. Die Historie um den Einzug nach Deutschland bilden gerade einmal zwei Pärchen dieser Kleinbären und zwar im April 1934. Die Idee und die vier Tiere kamen von Geflügelzüchter und Pelztierhändler Rolf Haag, wohl aus Freude, unsere heimische Fauna bereichern zu können. Gegen Kriegsende 1945 wurden außerdem einige Waschbären von einem Pelztierzüchter in der Nähe von Berlin ausgesetzt. Von diesen wenigen Exemplaren stammen die heutigen in Deutschland wildlebenden Waschbären ab. Von Nordhessen und Brandenburg aus eroberten sie sich ganz Deutschland als Heimat.
Dank der beiden hessischen Förster Herrn Horst Mahron und Herrn Eberhard Leicht, scheint der Fall der deutschen Waschbärpopulation gelöst: Beide stöberten in alten Unterlagen und fanden im Jahr 2009 heraus, dass Wilhelm Sittich Freiherr von Berlepsch, Förster in Vöhl am Edersee, zwei Waschtierpärchen schon ausgesetzt hatte, noch bevor er dazu die Genehmigung aus Berlin erhalten hatte. Forstmann Leicht übrigens, als Leiter des Reviers Vöhl-Edersee, war Nachmieter der vormaligen Kollegen, die damals in Nordwesthessen die Waschbären aussetzten. Darüber wurde nicht nur akribisch Buch geführt, die Akten wurden auch verwahrt und brachten Licht ins Dunkel.
Allem voran wurde zwischen 1933/34 ein Genehmigungsverfahren nach preußischer Manier eingeleitet, da die Region nicht nur zu Deutschland, sondern damals auch zu Preußen gehörte. Pelzhändler hatten die Idee, den Kleinbären in die heimische Fauna zu holen. Die Experten aber, waren dagegen. Aus den gesichteten Unterlagen ging hervor, dass erst einmal ein Antrag an das Regierungspräsidium in Kassel gestellt wurde. Das Präsidium dort, habe den Antrag an den damaligen Landesjägermeister weitergereicht. Dieser wiederum saß im Lande Preußen in Berlin. Dort gab es Widerstand von den in Tierfragen bekanntesten Köpfen im Deutschen Reich: Carl Hagenbeck, Tierforscher aus der Hamburger Zoodynastie, und Lutz Heck, Namensgeber des Heckrindes, wie sein Vater Direktor des Berliner Zoos und Bruder des Münchner Zoodirektors. Lutz Heck, so geht aus den Unterlagen hervor, zeigte sich "nicht so ganz einverstanden", Herr Hagenbeck verwies auf einen in seinem Garten ausgebüxten Waschbären: "Er hatte sechs Junge zu ernähren und stahl mir täglich mehrere Enten, Meerschweinchen und dergleichen".
Beamtentum und Ministerialbürokratie
Monatelang wurden die Akten in der obersten Jagdbehörde gewälzt. "Als dann eine Entscheidung aus Berlin kam, war es ohnehin zu spät", so Forstmann Leicht. "Mein Vorgänger Wilhelm Sittich Freiherr von Berlepsch hatte die Tiere längst freigelassen." Die beiden Weibchen waren trächtig, und offenbar wollten die Forstleute, dass die Jungen in Freiheit geboren werden. Hecks und Hagenbecks Warnungen waren nicht unbegründet. Tatsächlich hat sich der Kleinbär mancherorts zur Plage entwickelt. Die Recherchen von Forstmann Leicht ergaben auch, dass sich der Name Görings auf keinem Blatt der vergilbten Akten finden ließ. Der damalige für Jagd und Naturschutz zuständige Hermann Göring war demnach, wie lange Zeit kolportiert wurde, nicht damit befasst.
Ein Zeitzeuge
Herr Klingenthal, der als Wehrmachtssoldat bei der Aussetzung dabei war, wurde im Rahmen von Forschungstätigkeiten in Kassel im Jahr 2001 interviewt. Er beschrieb die Aussetzung folgendermaßen: "Ich wurde am 12. April 1934 zusammen mit meinen Kameraden ins Revier Asel am Edersee abkommandiert, um während der Aussetzung Spalier zu stehen. Neben zahlreichen Gästen nahmen auch verschiedene hohe Beamte an dem Ereignis teil. Ein Bläsercorps war vor Ort und nachdem der damalige Forstmeister Freiherr Sittich von Berlepsch seine Rede beendet hatte, erklang die Nationalhymne. Anschließend wurden zwei verblendete Holzkisten geöffnet, in denen sich je ein Waschbärpärchen befand" (Herr Klingenthal mündlich.)
Quellen: Waschbärenforschung Müritz Nationalpark; dpa; FAZ; M. Huber;
1
AUG
2023
Stadtförster informieren: VORSICHT!
Die Stadtförster bitten alle Revierverantwortlichen um erhöhte Aufmerksamkeit bei Revierfahrten aber auch beim Ansitz!
Borkenkäferbekämpfung
Im Schlaf zählen derzeit wieder unsere Stadtförster auf: Befallene Bäume rechtzeitig entfernen, Fangbäume legen und Schlagrücklass austrocknen lassen.
In Sachen Borkenkäferbekämpfung ist das gesamte Forstpersonal wieder auf Achse: Befallene Bäume rechtzeitig entfernen, Bohrmehlsuche (Früherkennung). Borkenkäferbefall wird am ausgeworfenen Bohrmehl sichtbar. Bohrmehl findet man während dem Hauptflug der Käfer, also im April/Mai, Juli und eventuell noch Ende August/September. Man erkennt den Befall auch an Schwächesymptomen und Reaktionen des Baumes, wie Fahlfärbung der Nadeln oder Harzaustritt. Oft ist auch eine starke Spechtaktivität ein guter Indikator.
Es ist sehr wichtig, Borkenkäferbefall frühzeitig zu erkennen und befallene Bäume rasch aus dem Wald zu entfernen oder sie in geeigneter Form bekämpfungstechnisch zu behandeln (Entrinden, verhäckseln).
Fazit: Solltet ihr Bohrmehl am Fichtenstock entdecken oder Fahlfärbung an Nadeln oder Harzaustritt, bitte Standort merken und den zuständigen Revierleiter informieren.
Grünastbruch - Vorsicht beim Ansitz, Pirschgang usw.
Als Grünastbruch (Synonym „Grünastabbruch“, „Spontanbruch“ oder „Sommerbruch“) wird das Abbrechen einzelner, gesunder und vollbelaubter Äste ab 5 cm Durchmesser (Grobast) bei Windstille nach Perioden längerer Trockenheit und/oder starker Hitze bezeichnet.
Der Abbruch erfolgt dabei in Regel in der zweiten Tageshälfte an heißen, ruhigen oder bei ruhigem Wetter nach einem starken Sommerregen. Betroffen sind Äste mit Dimensionen von Grob- bis Starkaststärke, insbesondere horizontal wachsende, weit ausladenden Äste aus dem unteren bis mittleren Kronenbereich. Der Bruch erfolgt typischerweise nicht an der Astbasis sondern 1 – 4 m vom Astansatz entfernt. An den Ästen sind vor dem Abbruch äußerlich keine Schäden erkennbar. Auch die Bruchstelle zeigt keine Anzeichen einer Fäule oder anderer Defekte im Innern.
Das Phänomen der Grünastbrüche fällt vermehrt an Gattungen wie Buchen, Weiden, Rosskastanien, Ahorn, Eichen und Eschen auf. Als Auslöser gelten allgemein abnehmende Vitalität oder der Einfluss von Stressoren wie Wassermangel oder Wurzelkappungen.

1
SEP
2023
Das geht uns alle an: Genetische Verarmung unseres Rotwildes - auch im bayerischen Odenwald
Auf einer Fachtagung in Bad Orb, wurde aktuell am 15. Juli 2023 über ein kaum lauffähiges Rotwildkalb diskutiert, das Anfang Juni von Jägern im Gebiet Kellerwald-Burgwald gefunden und getötet worden war. Das stark missgebildete Tier litt den Angaben zufolge an Defektgenen seiner eng verwandten Elterntiere und war ohne Hufschalen geboren worden. «Das nun erlöste Jungtier bildet die traurige Spitze der genetischen Verarmung unseres heimischen Rotwildes» erklärte der hessische Jagdpräsident Jürgen Ellenberger.
Es sei absolut unverständlich, dass sich das grün geführte Umweltministerium in Hessen einer Wiedervernetzung durch Abschussvorgaben in den Weg stelle und den Bau von Grünbrücken an den neuralgischen Punkten nicht entschlossener vorantreibe.
Die Jäger machen die zunehmende Eingrenzung der Lebensräume und falsche Abschussvorgaben für die fortschreitende genetische Verarmung der Wildtiere verantwortlich. Die Abschussvorgaben machten die natürliche Wanderung der Tiere und damit den genetischen Austausch nahezu unmöglich. Es brauche mehr Landschaftsbrücken über die Autobahnen und ein Schonung junger wandernder Hirsche. Es gelte, kleinere Rotwildgebiete wieder miteinander zu vernetzen, teilten die Verbände Hessen und Bayern mit.

1
JUN
2023
Waschbären haben Deutschland im Griff
Waschbären haben Deutschland fest im Griff
Hunderttausende von ihnen leben hier. Die Historie um den Einzug nach Deutschland bilden gerade einmal zwei Pärchen dieser Kleinbären und zwar im April 1934. Die Idee und die vier Tiere kamen von Geflügelzüchter und Pelztierhändler Rolf Haag, wohl aus Freude, unsere heimische Fauna bereichern zu können. Gegen Kriegsende 1945 wurden außerdem einige Waschbären von einem Pelztierzüchter in der Nähe von Berlin ausgesetzt. Von diesen wenigen Exemplaren stammen die heutigen in Deutschland wildlebenden Waschbären ab. Von Nordhessen und Brandenburg aus eroberten sie sich ganz Deutschland als Heimat.
Dank der beiden hessischen Förster Herrn Horst Mahron und Herrn Eberhard Leicht, scheint der Fall der deutschen Waschbärpopulation gelöst: Beide stöberten in alten Unterlagen und fanden im Jahr 2009 heraus, dass Wilhelm Sittich Freiherr von Berlepsch, Förster in Vöhl am Edersee, zwei Waschtierpärchen schon ausgesetzt hatte, noch bevor er dazu die Genehmigung aus Berlin erhalten hatte. Forstmann Leicht übrigens, als Leiter des Reviers Vöhl-Edersee, war Nachmieter der vormaligen Kollegen, die damals in Nordwesthessen die Waschbären aussetzten. Darüber wurde nicht nur akribisch Buch geführt, die Akten wurden auch verwahrt und brachten Licht ins Dunkel.
Allem voran wurde zwischen 1933/34 ein Genehmigungsverfahren nach preußischer Manier eingeleitet, da die Region nicht nur zu Deutschland, sondern damals auch zu Preußen gehörte. Pelzhändler hatten die Idee, den Kleinbären in die heimische Fauna zu holen. Die Experten aber, waren dagegen. Aus den gesichteten Unterlagen ging hervor, dass erst einmal ein Antrag an das Regierungspräsidium in Kassel gestellt wurde. Das Präsidium dort, habe den Antrag an den damaligen Landesjägermeister weitergereicht. Dieser wiederum saß im Lande Preußen in Berlin. Dort gab es Widerstand von den in Tierfragen bekanntesten Köpfen im Deutschen Reich: Carl Hagenbeck, Tierforscher aus der Hamburger Zoodynastie, und Lutz Heck, Namensgeber des Heckrindes, wie sein Vater Direktor des Berliner Zoos und Bruder des Münchner Zoodirektors. Lutz Heck, so geht aus den Unterlagen hervor, zeigte sich "nicht so ganz einverstanden", Herr Hagenbeck verwies auf einen in seinem Garten ausgebüxten Waschbären: "Er hatte sechs Junge zu ernähren und stahl mir täglich mehrere Enten, Meerschweinchen und dergleichen".
Beamtentum und Ministerialbürokratie
Monatelang wurden die Akten in der obersten Jagdbehörde gewälzt. "Als dann eine Entscheidung aus Berlin kam, war es ohnehin zu spät", so Forstmann Leicht. "Mein Vorgänger Wilhelm Sittich Freiherr von Berlepsch hatte die Tiere längst freigelassen." Die beiden Weibchen waren trächtig, und offenbar wollten die Forstleute, dass die Jungen in Freiheit geboren werden. Hecks und Hagenbecks Warnungen waren nicht unbegründet. Tatsächlich hat sich der Kleinbär mancherorts zur Plage entwickelt. Die Recherchen von Forstmann Leicht ergaben auch, dass sich der Name Görings auf keinem Blatt der vergilbten Akten finden ließ. Der damalige für Jagd und Naturschutz zuständige Hermann Göring war demnach, wie lange Zeit kolportiert wurde, nicht damit befasst.
Ein Zeitzeuge
Herr Klingenthal, der als Wehrmachtssoldat bei der Aussetzung dabei war, wurde im Rahmen von Forschungstätigkeiten in Kassel im Jahr 2001 interviewt. Er beschrieb die Aussetzung folgendermaßen: "Ich wurde am 12. April 1934 zusammen mit meinen Kameraden ins Revier Asel am Edersee abkommandiert, um während der Aussetzung Spalier zu stehen. Neben zahlreichen Gästen nahmen auch verschiedene hohe Beamte an dem Ereignis teil. Ein Bläsercorps war vor Ort und nachdem der damalige Forstmeister Freiherr Sittich von Berlepsch seine Rede beendet hatte, erklang die Nationalhymne. Anschließend wurden zwei verblendete Holzkisten geöffnet, in denen sich je ein Waschbärpärchen befand" (Herr Klingenthal mündlich.)
Quellen: Waschbärenforschung Müritz Nationalpark; dpa; FAZ; M. Huber;
